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Fig. 1                                 

fig2-300

Fig. 2                                 

Kantenspektren                        
Wenn man durch ein Glas-Prisma mit dreieckigem Querschnitt auf eine schwarze Rechteck-Fläche schaut, erscheint das Rechteck als virtuelles Bild im Prisma, und zwar versetzt zu seinem ursprünglichen Ort. Wenn man nun das Prisma dreht, erscheint das Bild des Rechtecks je nach Stellung des Prismas auf zwei unterschiedliche Arten:

Fig. 1: Das Rechteck wird um seine Längsachse gespiegelt (Operation g)

Fig. 2: Das Rechteck erscheint nicht gespiegelt, aber mit farbigen
Kantenspektren (Operation k):
oben türkis/blau und unten rot/gelb

Die Ergebnisse meiner Versuche sind in
Fig. 1 und Fig. 2  als Foto und rechts in den ersten zwei Zeilen der Fig. 3  schematisch,  d.h. nicht maßstäblich, dargestellt. 

Im nächsten Schritt wurden die Bilder im ersten Prisma durch ein zweites Prisma betrachtet, das mit Abstand parallel zum ersten Prisma angeordnet wurde. Dabei blieb der Winkel des ersten Prismas unverändert. Abstand und Winkel des zweiten Prismas wurden jeweils so eingestellt, dass auf Operation g  Operation k  folgte und umgekehrt. Die Versuchsergebnisse sind in der dritten Zeile der Fig. 3  dargestellt.

Die Ergebnisse sind verblüffend. Es macht einen großen Unterschied, ob man zuerst Operation g  und dann Operation k  anwendet oder umgekehrt. Mathematisch ausgedrückt würde das heißen, dass bei der Multiplikation von g mal k  etwas anderes herauskommt, als wenn man k mit g  multipliziert. Diese mathematische Regel gilt aber nur für Zahlen und Dinge, aber nicht für Prozesse. Das Versuchsergebnis zeigt also, dass Licht und Farbe nicht dinghaft sind, sondern als Prozesse interpretiert werden müssen.

Die Quantenphysik beschreibt Licht deshalb auch als kreativen Prozess. Dazu habe ich ein graphisches Modell entwickelt, das sogenannte Quantenmodell, das im meinem Buch und im Kapitel Licht auf dieser Website dargestellt ist. Auch unsere Wahrnehmung ist geprägt von vielen einzelnen Prozessen z.B.  im Auge und im Gehirn. Beim Betrachten des schwarzen Rechteck (Fig. 4), entsteht z.B. auf der Netzhaut ein umgekehrtes Abbild des Rechtecks. Wenn wir von hinten auf die Netzhaut schauen, sind bei diesem Abbild  sowohl rechts und links als auch oben und unten vertauscht (Fig. 5). Schauen wir jedoch von vorne auf die Netzhaut, sind aber nur oben und unten gegenüber der Ausgangsposition vertauscht (Fig. 6). Jetzt muss es aber noch einen weiteren Prozess geben, damit wir nicht alles auf dem Kopf stehend erleben, unten und oben müssen nochmals vertauscht werden (Fig. 6  wird zu Fig. 7).

In einer umfangreichen Studie hat Prof. Kohler an der Universität in Innsbruck diese Prozesse genauer untersucht. Dazu trugen die Versuchspersonen über längere Zeit eine Prismenbrille, mit der sie ihre Alltagswelt jetzt auf den Kopf gestellt erlebten. Der Fußboden war jetzt oben und der Himmel unten. Da konnten sie sich zunächst im Alltag nicht ohne helfende Begleitung zurechtfinden. Aber dann geschah etwas Unerwartetes. Plötzlich stellte sich die Wahrnehmung von ganz allein um. Wie gewohnt war der Himmel jetzt wieder oben und die Erde wieder unten, obwohl die Versuchspersonen weiter die Prismenbrille trugen.
Das zeigt, dass das Vertauschen von unten nach oben ein aktiver und kreativer Teil im Sehprozess ist
(Übergang von Fig. 6  nach Fig. 7).

Wenn man in einem weiteren Versuch das schwarze Rechteck um 45 Grad oder um 90 Grad dreht, und dann jeweils wieder durch das Prisma betrachtet (Operation k), kann man sehen, an welchen Kanten sich die farbigen Spektren zeigen (siehe Fig. 8, Fig. 9, Fig. 10): türkis/blau an der oberen und rot/gelb an der unteren Kante. Die beiden senkrechten Kanten weisen keine farbigen Spektren auf. Hier zeigt sich eine Parallele zum Sehprozess, bei dem nur unten und oben, nicht aber rechts und links vertauscht werden. So werden beim Sehen durch ein Prisma die senkrechten Kanten rechts und links nur verschoben, ohne dass farbige Kantenspektren auftreten. Die örtliche Verschiebung und das Erscheinen von Farben passieren also unabhängig voneinander, müssen also verschiedene Ursachen haben. Damit muss die Gesetzmäßigkeit der klassischen Optik von Newton in Frage gestellt werden, die besagt, dass Farbspektren und örtliche Verschiebung die gleiche Ursache haben, nämlich die Brechung von Lichtstrahlen durch das Prisma.

g x k-500

Fig. 3         

fig4

Fig. 4              

fig5

Fig. 5              

fig6

Fig. 6              

fig7

Fig. 7           

fig8-150 fig9 fig10-151

In weiteren Versuchen wurde ein Prisma jeweils so plaziert, dass drei Abbilder des  Rechtecks auf einem Foto zu sehen sind, das Original-Abbild (ohne Prima),
das gespiegelte Abbild (Operation g) und das nicht gespiegelte Abbild mit Kantenspektren (Operation k).

Fig. 11  Rechteck, aufgenommen ohne Prisma.

Fig. 12  Hier wurden Kamera und Prisma so plaziert, dass alle drei Abbilder des Rechtecks auf dem Bild erschienen, und zwar in folgender Anordnung: 
oben - ohne Prisma
darunter - gespiegelt mit Operation g
unten - nicht gespiegelt aber mit farbigen Kantenspektren (Operation ku).
“ku” bedeutet, dass das Abbild des Rechtecks mit Kantenspektren
nach unten versetzt erschien, und zwar mit den farbigen Spektren
oben türkis/blau und unten rot/gelb.

Fig. 13  Kamera und Prisma wurden so plaziert, dass auch hier alle drei Abbilder des Rechtecks auf dem Bild erschienen, aber in anderer Anordnung als in Fig. 12:
unten - ohne Prisma
darüber - gespiegelt mit Operation g
oben - nicht gespiegelt aber mit farbigen Kantenspektren (Operation ko).
“ko” bedeutet, dass das Abbild des Rechtecks mit Kantenspektren
nach oben versetzt erschien, aber hier mit vertauschten farbigen Spektren
oben gelb/rot und unten blau/türkis
 

Fig. 8              

Fig. 9             

p-0-g-k-türkis oben-400
p-0-400

Fig. 11              

Fig. 12              

Fig. 10              

p-k-g-0-gelb oben-400

Fig. 13